Filipino Martial Arts in Halle/Saale - Was ist FMA?

Filipino Martial Arts (kurz FMA) ist ein international etablierter Sammelbegriff für alle philippinischen Kampfkünste.

Im Allgemeinen stößt man am ehesten auf die Begriffe Arnis, Eskrima/Escrima oder Kali, wenn von den Kampfkünsten der Philippinen die Rede ist. Diese Begriffe stehen für eine hauptsächlich bewaffnete Kampfkunst aus Südostasien, welche sich mit unterschiedlichen Waffenarten, aber auch dem unbewaffneten Kampf beschäftigt.

Filipino Martial Arts sind grob in folgende Disziplinen unterteilt:

Stock - Bekannteste Waffe der philippinischen Kampfkunstarten. Nachdem der Umgang mit dem Stock erlernt wurde, kann das Bewegungsmuster auf andere Gegenstände übertragen werden. Der Stock kann aus verschiedenen Materialien bestehen (z. B. Rattan) und wird in unterschiedlichen Längen gebraucht.

Doppelstock - Vor allem zur Förderung der Kraft und der Koordination. Grundvoraussetzung für viele weitere Techniken.

Messer/Dolch - Der Klingenbezug ist im Arnis stark ausgeprägt. Bei jedem Angriff wird davon ausgegangen, dass der Angreifer eine Waffe führt, auch wenn diese nicht auf Anhieb zu sehen ist.

zwei Messer/Dolche - Die Bewegungsabläufe mit zwei Messern entsprechen in gewisser Weise denen zweier Stöcke.

Schwert - Schwerter waren die stereotypen Waffen der Krieger während des Mittelalters und dementsprechend auch das ursprüngliche Hauptaugenmerk des Arnis. Anzumerken sei allerdings, dass Schwerter in der Regel einer Länge zwischen 70 und 100 cm haben. Waffen wie das Kris waren eher zwischen 50 und 70 cm, das Kampilan hingegen hatte stets eine Länge zwischen 100 bis 120 cm.

Zwei Schwerter - Dadurch das die meisten Schnittwaffen Südostasiens kurz gehalten sind und mit einer Hand geführt werden können, war es naheliegend die Kampfkünste auf Techniken für zwei Schwerter auszuweiten.

Schwert und Messer - Diese Disziplin wird heute auch Espada y Daga (spa.: Schwert und Degen) genannt. Hierbei wird in der einen Hand ein Messer und in der anderen ein Schwert geführt. Traditionell ging es bei dieser Stufe darum, zwei Waffen unterschiedlichen Reichweite und Gebrauchsart miteinander zu kombinieren, weswegen verschiedene Waffen, nicht nur das Schwert und das Messer, miteinander kombiniert wurden.

Panantukan/Suntukan - Unter Panantukan bzw Suntukan versteht den traditionellen Faustkampf, welcher nur bedingt mit der westlichen Version des Boxens vergleichbar ist.

Sikaran/Pananjakman - Unter Sikaran versteht man die Tritttechniken die aus weiter Distanz ausgeführt werden. In der mittleren und nahen Distanz werden die Knie und die Ellenbogen eingesetzt.

Dumog - Als Dumog (auch Buno) wird das Ringen in den philippinischen Kampfkünsten bezeichnet. Unterschieden wird zwischen dem Ringen im Stehen und dem Bodenkampf. Viele Techniken des Dumog sind vom Schwertkampf abgeleitet.

Sibat - Sibat ist Tagalog für Speer. Damals mussten Krieger in der Lage sein, mit einem Speer umgehen zu können, heutzutage wird jedoch anstelle eines Speeres in der Regel ein Langstock, auf Tagalog Bangkaw, benutzt.

Pana bzw. Paggagamot - Je nach Clan wurden Krieger neben den normalen Disziplinen zu Bogenschützen oder zu medizinischem Personal ausgebildet. Da beide Disziplinen die zeitaufwändigsten bei der Dauer der Ausbildung waren, standen sie an letzter und höchster Stelle der kriegerischen Künste. Jedoch wird diese letzte Stufe heutzutage normalerweise nicht mehr unterrichtet. (Pana - Bogen, Paggagamot - jemanden mit Medizin versorgen)